Die Paleo Diät – auch bekannt als Steinzeit oder Höhlenmenschen Diät – ist ein moderner Versuch die Essgewohnheiten von vorzeitlichen Menschen nachzuahmen und besser zu verstehen. Das mag zwar im ersten Augenblick komisch klingen, doch wenn man bedenkt wie viele stark behandelte und vorbelastete Lebensmittel wir heutzutage verbrauchen kann ein Blick auf “einfachere” Zeiten nicht schaden. In grauer Vorzeit ernährte man sich primär von Fisch, Fleisch (Eier, Geflügel, Wild…), Früchten, Gemüse und Nüssen. Extrem Zuckerhaltige Lebensmittel wie Softdrinks die mit etwa 25gr. Zucker pro Glas aufwarten gehörten damals hingegen nicht zum Speiseplan. 

Dabei ist dieser Gedanke, einen Blick zurückzuwerfen, gar nicht so neu. Schon in den 1970er Jahren begann der Gastroenterologe Walter Voegtlin seine Idee rund um die vorzeitliche Ernährung bekannt zu machen. Der Kerngedanke ist denkbar einfach: Weniger Zucker und behandeltes, dafür mehr natürliches und frisches um die Ernährung zu verbessern. Aufgegriffen und stärker verbreitet wurde Voegtlins Idee später von Dr. S. Boyd Eaton, einem Professor der Anthropologie, der davon überzeugt war, dass der menschliche Körper perfekt für die Paleo-Diät ausgelegt war und es noch heute ist.

Im Jahre 1988 veröffentlichte Eaton hierzu ein Buch mit dem Titel „The Paleolithic Prescription“ in dem er postulierte, dass der Wechsel von damaliger zur heutigen Ernährung zu schnell und drastisch vonstatten ging. Der Menschliche Genpool sei seit jeher auf einfache und frische Nahrung ausgelegt und er glaubte, dass viele moderne Krankheiten ein direktes Resultat unpassender Ernährung seien. 

Was die Höhlenmenschen aßen

Wenn wir also davon ausgehen, dass stark zuckerhaltige und behandelte Nahrungsmittel nicht gut für unsere Gesundheit sind, was genau bleibt denn dann noch übrig? Die Paleo Diät fokussiert sich auf eine einfache Regel: Wenn Höhlenmenschen es nicht gegessen haben, dann sollten wir das auch nicht tun. Das verbietet natürlich nicht die Nutzung von Gewürzen und Lebensmitteln die nicht lokal angebaut werden. Es grenzt vielmehr Nahrungsmittel aus die mit modernen Methoden beschleunigt gezüchtet oder behandelt werden. 

Darunter fallen unter anderem Fleisch aus Massentierhaltung sowie industriell geerntete Gemüsesorten und Milchprodukte. Letzteres mag vielleicht überraschen, ergibt aber Sinn, wenn man bedenkt, dass Tierhaltung bzw. Zucht von Nutztieren wie Kühen erst lange nach den Höhlenmenschen eingeführt wurde. Gemüse und alle verzehrten Früchte müssen organisch angebaut worden sein, um sich für die Paleo Diät zu qualifizieren. Weiterhin sollte der Salzkonsum auf das nötigste limitiert werden. 

Favorisierte Lebensmittel der Höhlenmenschen Diät sind beispielsweise:

Fisch und Meeresfrüchte: Lachs, Schalentiere, Shrimps …
Fleisch: Wild, Geflügel, Rind …
Gemüse: Brokkoli, Paprika, Tomaten, Kartoffeln …
Gesunde Fette und Öle: Kokosnussöl, Olivenöl …
Gemüse: Äpfel, Bananen, Avocados …

Paleo Diäten müssen nicht einseitig sein.

Gerade Bio Kokosnussprodukte haben in der Paleo Diät einen hohen Stellenwert. Sei es nun in Form von Öl, Milch oder dem Kokosfleisch selbst. Die Kokosnuss als Nahrungsmittel bringt uns viele Nährstoffe, gesunde Fette und ist ganz unabhängig von der gewählten Diät ein ziemlicher Alleskönner. Außerdem zeigt sie, dass die oft genannte Beschränkung der Paleo  Diät “Dann dürfte ich ja nur lokal angebaute Sachen, das wird doch langweilig!” nicht der Wahrheit entspricht. Die Produkte müssen lediglich frisch und biologisch angebaut worden sein, um Teil der Diät zu werden. 

Theorie gegen Wissenschaft

Das ganze klingt zwar recht plausibel, doch ist die Grundannahme, was in die Paleo Diät fällt und was nicht eine wissenschaftlich eher kontrovers betrachtete Theorie. Die oben genannten Richtlinien entsprechen zwar im Prinzip den damaligen Essgewohnheiten doch standen die Lebensmittel damals so überhaupt nicht zur Wahl. Man aß was eben da war und konnte es sich nicht leisten auf etwas Nahrhaftes zu verzichten. Hätte man einem Höhlenmenschen behandeltes Gemüse und eine Fertigpizza gegeben hätte er sich genauso darüber hergemacht wie über einen frischen Fisch und biologisch angebaute Erdbeeren. Hierbei muss auch beachtet werden, dass die frühen Menschen auf einem Großteil der Erde verteilt waren und es so zwangsweise Unterschiede in der vorhandenen Nahrung gab. 

Vorteile und Nachteile der Paleo-Diät

Nichtsdestotrotz sind die in der Paleo Diät vorgegeben Nahrungsmittel gesund und keinesfalls schädlich. Besonders im Vergleich mit heutigen Fast-Food Menüs und Fertiggerichten. Der große Vorteil liegt einfach darin, dass die meisten “schlechten” Nahrungsmittel gar nicht erst zur Wahl stehen. Ein Großteil des Zuckerkonsums wird gestrichen, dafür werden viele gesunde Fette in den Ernährungsplan aufgenommen und Gemüse und Obst dienen als Snacks der Wahl. Dass alleine kann bereits einen positiven Einfluss auf die Regulierung des Blutzuckers, den Blutdruck und den Cholesterinspiegel haben. 

Leider gibt es auch Nachteile. Wie bei jeder eingeschränkten Diät kann es auch bei der Paleo Diät zu Nebenwirkungen und Problemen kommen. Das Hauptproblem ist das Risiko einer Mangelernährung, wenn zu einseitig gegessen wird oder nicht auf die volle Bandbreite der in der Paleo Diät erlaubten Nahrungsmittel zugegriffen wird. Auch kann die Fixierung auf rein biologisch angebautes Obst und Gemüse sowie ethisch gezüchtetes Fleisch im Vergleich mit einer normalen Ernährung deutlich teurer ausfallen. 

Abschließende Worte

Wie wir sehen ist die Paleo bzw. Höhlenmenschen Diät nicht die eine perfekte Lösung. Doch ist zumindest das übergreifende Prinzip von wenig Zucker, nichts behandeltem und vielen frischen, biologischen Lebensmitteln ein guter Ansatz für die eigene Ernährung. Wenn euch dieser Artikel geholfen oder unterhalten hat, schreibt doch einen Kommentar und lasst uns wissen über welche Diäten ihr noch gerne etwas hören würdet. 

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