Schienbeinkantensyndrom – Shin Splints

Das Schienbeinkantensyndrom ist eine der am häufigsten auftretenden sportartübergreifenden Verletzungen. Hierbei handelt es sich im Grunde um eine Entzündung der Knochenhaut am Schienbein, welche im Regelfall durch eine Sportliche Überlastung entsteht.

Für die Infektion kann es also sehr viele Gründe geben. Häufig reicht schon das laufen auf hartem Boden wie Asphalt, zu intensives Sprinten oder eine plötzliche Steigerung des Trainingsumfangs. In manchen Fällen kann es auch an der Fußmuskulatur liegen, sind die Muskeln zu schwach (Überpronation) oder liegt eine Fehlstellung vor, kann schon eine kurze Fehlbelastung genügen um die Knochenhaut zu reizen. Eine zu schwache Fußmuskulatur würde auch enorm auf falsches Schuhwerk oder fehlende Einlagen reagieren. Dies würde das auftreten des Schienbeinkantensyndroms stark begünstigen und fördern.

Davon abgesehen ist das Risiko bei Sprung- und Laufsportarten besonders hoch da die Schienbeine hier enormer Explosivkraft standhalten müssen. Mittlerweile ist die Knochenhautentzündung im Schienbein die am dritthäufigsten auftretende Verletzung unter Leichtathleten. Häufiger kommen nur noch Ermüdungsfrakturen und Verletzungen der Achillessehne vor.

Woran erkenne ich eine Knochenhautentzündung?

Das Schieneinkantensyndrom macht sich dadurch bemerkbar, dass die betroffene Person, im Regelfall Trainingsanfänger oder Leistungssportler, schon nach kurzer Belastung der Beine einen Stechenden Schmerz verspürt. Der Belastungsschmerz tritt im Normalfall auf der Innenseite im unteren bis mittleren Drittel des Schienbeins auf und verschwindet erst wenn mit dem Training aufgehört wird. Neben den Schmerzen kann sich auch ein Gefühl der Verhärtung einstellen, als würden sich die Waden, sowie Schienbeine unaufhörlich mit Blut vollpumpen.

Nicht selten bleibt der Schmerz auch in Ruhephasen erhalten und kann unter Umständen auch in die Ferse und Wadenregion abstrahlen. Auch eine mit leichten Schwellungen auftretende Druckempfindlichkeit der betroffenen Stellen ist nicht unüblich und macht sich durch Stechenden Schmerz bei leichten Berührungen bemerkbar. Es kommt außerdem nicht selten vor, dass das Schienbeinkantensyndrom gleichzeitig an beiden Schienbeinen auftritt.

Was viele nicht wahrhaben möchten ist, dass eine Knochenhautentzündung meistens das aus für jegliches Lauf und Sprungtraining bedeutet. Zum einen würden die Schmerzen immer stärker, zum anderen verschlimmert sich die Entzündung durch anhaltendes Training nur weiter und erhöht das Risiko eines chronischen Schienbeinkantensyndroms.

Was sind die Ursachen für eine Entzündung?

Eine Entzündung der Knochenhaut, auch Periostitis genannt, kann viele mögliche Ursachen haben. Demnach kann es leider sehr lange dauern bis der wahre Übeltäter gefunden ist. Hier haben wir für euch die wohl häufigsten Ursachen für das Schienbeinkantensyndrom zusammengefasst:

  • Sportliche Überlastung. Die Knochenhaut der Schienbeine kann sehr empfindlich auf Steigerungen des Trainingsumfangs oder spontane Intensive Workouts reagieren.
  • Falscher Laufstil oder Technik. Oftmals ist eine falsche Lauftechnik der Grund für den intensiven Schmerz in den Beinen. Kommen Sie richtig auf, wird richtig abgerollt?
  • Harter oder wechselnder Boden. Nicht nur zu harte Böden wie Asphalt können Schmerzen hervorrufen, auch weiche Böden können, wenn man nicht an die gewöhnt ist zu Problemen führen.
  • Ermüdungserscheinungen. Gönnen sie sich ab und zu eine Erholungsphase in der sie ihr Training aussetzen oder ihr Pensum deutlich herunterfahren. Häufig merken wir gar nicht wie erschöpft unser Körper eigentlich ist.
  • Falsches Schuhwerk. Wenn man bei etwas nicht sparen sollte, dann sind es Laufschuhe. Die richtige Wahl der Schuhe wird oft unterschätzt und kann den Unterschied zwischen schmerzfreiem laufen und sehr schmerzhaftem Gehen ausmachen.
  • Frakturen am Schienbein. Eine Entzündung kann ebenfalls durch äußerliche Einflüsse auftreten, so kann schon ein harter Stoß ein aufflammen begünstigen.
  • Fußfehlstellungen, Plattfüße, Senkfüße oder Spreizfüße. Wir alle haben diese Bezeichnungen schon einmal gehört und es ist wichtig zu wissen ob man in eine dieser Kategorien fällt. Schon kleine Änderungen im Laufverhalten und das einsetzen von speziellen Einlagen können Beschwerden drastisch mindern oder gar vollkommen vertreiben.

Welche Symptome können auftreten?

Die meisten möglichen Symptome einer Knochenhautentzündung sind gut dokumentiert und leicht zu erkennen, jedoch treten sie nicht bei jedem mit derselben Intensität auf. So klagen viele Sportler über konstanten Schmerz der auch in kompletten Ruhephasen nicht verschwindet. Wohingegen die Mehrheit der betroffenen nur während aktiver Sportlicher Belastung Schmerzen erfährt. Es folgt eine kurze Zusammenfassung der typischen Symptome:

  • Schwellungen und Druckempfindlichkeit. Die betroffenen Stellen an der Schienbein Innenkante können mitunter stark anschwellen und sehr Druckempfindlich werden.
  • Stechender Schmerz. Das Schienbeinkantensyndrom zeichnet sich durch Stechenden Belastungsschmerz im Schienbein aus. Dieser kann unter Umständen konstant sein und auch in Ruhephasen auftreten.
  • Geminderte Beweglichkeit. Durch den anhaltenden Schmerz kann jeder Schritt zur Qual werden und die Beweglichkeit einschränken, wodurch selbst einfaches Treppensteigen zur Herkulischen Aufgabe mutiert.

Schienbeinschmerzen durch Knochenhautentzündung

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Leider gibt es keine schnell wirkende Allzweck-Lösung für dieses Problem. Die Behandlung kann schon nach wenigen Wochen beendet sein, oder aber mehrere Monate dauern. Wichtig bei der Therapie sind vor allem Konsistenz, eine strikte Trainingspause und ein aktives auseinandersetzen mit dem vorangegangenen Grund der Schienbeinentzündung. Ist der Schmerz erst einmal vergangen gilt es aber nichts zu überstürzen. Nach beenden der Behandlung ist es wichtig sich nur behutsam zu steigern und langsam an die neuen Grenzen heranzutasten.

Denken sie immer daran, durch Schmerz weist uns unser Körper auf Probleme hin. Ignorieren sie sich bloß nicht und reagieren sie frühzeitig indem sie das Training vermindern und sich schonen. Weiterhin bieten sich bei ersten auftretenden (leichten!) Schmerzen folgende Behandlungsmöglichkeiten an, wird der Schmerz Schlimmer empfiehlt es sich umgehend einen Arzt aufzusuchen:

  • Kühlen der schmerzenden Bereiche. Hierfür eignen sich Kühlpacks oder ein schlichtes Handtuch mit Eiswürfeln.
  • Absolutes Belastungsverbot der betroffenen Körperpartie. Das Training sollte erst wiederaufgenommen werden, wenn unter Druck keinerlei Schmerz auftritt.
  • Überdenken der Schuhauswahl. Eventuell eine professionell angepasste orthopädische Schuheinlage verwenden. Je nach Fußtyp kann dies einen enormen Unterschied machen.
  • Schmerzstillende und entzündungshemmende Salben wie Antirheumatika können die Schmerzen lindern. Fragen sie hierfür ihren Arzt oder Apotheker.
  • Dehnen und massieren. Durch physiotherapeutische Massagen und Dehnübungen können die Muskeln gelockert und er Druck auf die Knochenhaut reduziert werden.
  • Muskelaufbau. Wenn das Schienbeinkantensyndrom aufgrund einer Muskulären Dysbalance auftritt empfiehlt es sich die betroffenen Muskeln anzugleichen.
  • Äußerliche Therapie. Kälte oder Ultraschallbehandlungen können in besonders hartnäckigen Fällen weiterhelfen, sind aber nicht immer notwendig.
  • Cortisol. Wenn auch nach Monaten keine der genannten Therapiemöglichkeiten hilft kann sich ein Arzt dazu entschieden eine Cortisol Behandlung durchzuführen. Diese Lindert den Schmerz und bekämpft aktiv die Entzündung, ist aufgrund der stark Katabolen Wirkung aber eines der letzten Mittel und wird von Ärzten nur ungern eingesetzt.

Kann ich dem Schienbeinkantensyndrom vorbeugen?

Es gibt keine zu 100% sichere Methode um sich vor einer Schienbeinentzündung zu schützen. Man kann jedoch auf ein paar Dinge achten und das Risiko deutlich reduzieren. Zusammengefasst sind die folgenden Punkte zu beachten:

  • Lassen sie es langsam angehen. Übertreiben Sie es nicht mit plötzlichen Trainingssteigerungen, wenn sie nicht ausreichend trainiert sind und ihr Körper nicht an regelmäßige intensive Belastung gewöhnt ist.
  • Reden sie mit Profis. Es kann nicht schaden seinen Trainingsplan ab und an mit Experten zu besprechen um zu sehen ob Raum für Verbesserungen vorhanden ist.
  • Ihr Laufstil ist wichtig. Lassen sie sich einmal von einem Physiotherapeuten auf ein Laufband stellen und überprüfen ob alles in Ordnung ist. Oft finden sich kleine Fehler die eine große Wirkung haben können.
  • Vernachlässigen sie nicht die Regenerationszeit. Sie sollten ihrem Körper zwischen den Trainingseinheiten genug Zeit geben sich von den Strapazen zu erholen.
  • Schuhe und Einlagen. Man kann nicht oft genug betonen wie wichtig richtiges Schuhwerk im Kampf gehen das Schienbeinkantensyndrom ist.
  • Achte auf deine Umgebung. Viele Läufer vernachlässigen bei der Wahl ihrer Laufstrecke den Boden und laufen entweder auf zu weichem oder zu hartem Boden.

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